Es handelt sich um ein US-amerikanisches Gesetz, mit dem der US-Fiskus auf Informationen über US-Steuerpflichtige zu Bankverbindungen außerhalb der USA abzielt. Mit diesem globalen Ansatz trifft FATCA sämtliche Finanzinstitute und ihre Kunden.
Jede deutsche Bank (und anderes Finanzinstitut) hat seine Kunden und Geschäftspartner daraufhin zu prüfen, ob dieser eine sog. US-specified person, also US-steuerpflichtige Person ist. Dafür benötigt die Bank Informationen über den Kunden, die sie entweder schon hat oder neu einholen muss. Diese Angaben werden anhand der FATCA-Kriterien geprüft und begründen, wenn der Kunde US-steuerlich relevant ist, eine Verpflichtung der Bank, Daten über diesen Kunden und seine Konten/Depots an den US-Fiskus weiterzuleiten. FATCA ist also Datenerfassung, – prüfung und – reporting an die US-Finanzbehörden.
Praktisch bedeutet das, dass jede Bank etc. ihre Neu- und Bestandskunden nach vorgegebenen Kriterien auf einen möglichen US-Steuerstatus hin überprüfen müssen. Das findet entweder statt auf Basis der beim Finanzinstitut für einen Kunden vorliegenden Informationen oder auf Basis einer Selbstklassifzierung / Selbstzertifizierung (self-certification), einem Formular, mit dem der Kunde seine Bank über seinen (Nicht-) US-Status informiert.
Einen praktizierten Standard für ein FATCA- Formular zur Selbstklassifizierung gibt es nicht, jedes Institut hat sein eigenes Dokument entwickelt. Abhängig von seinen Angaben ist der Kunde entweder keine sog. US-specified person oder eben schon. Wenn 'ja', fällt der Kunde in die Reportingpflicht, den Kern der FATCA-Vorschriften. Über das nicht-amerikanische Finanzinstitut erhält der US-Fiskus somit Informationen zu z. B. Konten oder Depots eines US-Bürgers bei einer Nicht-US-Bank und kann diese Daten mit der steuerlichen Veranlagung in den USA abgleichen.
Für die deutschen Finanzinstitute und ihre Kunden ist FATCA maßgeblich, weil die Bundesrepublik mit den USA am 31.05.2013 ein zwischenstaatliches Abkommen (Intergovernmentaal Agreement – IGA) darüber geschlossen hat. Dieses FATCA-Abkommen wurde in nationales deutsches Recht transformiert, das seit 1. Juli 2014 anzuwenden ist. Mit anderen Worten: Die deutschen Finanzinstitute und ihre Kunden haben wegen deutscher Vorschriften, die durch die US-FATCA-Geseltzgebung ausgelöst wurde, vor allem Pflichten zur Einholung bzw. Einreichung von Informationen zu erfüllen. Bei FATCA-Relevanz des Kunden führt das zu einer Weitergabe an das Bundeszentralamt für Steuern, das alle die bei ihm eingereichten Daten an den US-Fiskus weiterleitet.
Unter bestimmten Voraussetzungen, die im Einzelfall zu prüfen sind, kann FATCA auch zu einem eigenen Steuerabzug von 30 % auf relevante Erträge (z. B. Dividenden aus US-Aktien) führen.
Von diesen Grundsätzen gibt es Ausnahmen sowohl beim Erfassen/Einholen von Daten als auch beim Reporting. Ohnen Einzelfallprüfung ist eine abschließende Aussage über die Auswirkungen von FATCA auf den Kunden einer Bank, Versicherung etc. nicht möglich.
Eine Bank o. ä. hat einen Spagat zu erfüllen: einerseits muss sie den FATCA-Anforderungen für jeden einzelnen Kunden/Geschäftspartner entsprechen, andererseits darf sie keine abschließende Einzelfallbeurteilung vornehmen, denn ein deutsches Finanzinstitut hat nach dem deutschen Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) keine Berechtigung, die rechtliche Prüfung eines Einzelfalles vorzunehmen.
Deshalb brauchen Sie einen externen (steuer)rechtlichen Berater. Wir waren in Deutschland von Anfang an mit der Einführung von FATCA befasst und können Ihnen aufgrund unserer umfangreichen Erfahrung bestmöglich helfen.